Titel: Unthinkable
Deutscher Titel: Unthinkable
Genre: Thriller
Regie: Gregor Jordan
Drehbuch: Oren Moverman, Peter Woodward
Produzenten: Marco Weber, Caldecot Chubb
Darsteller: Samuel L. Jackson, Michael Sheen, Carrie-Anne Moss, Brandon Routh, Gil Bellows, Martin Donovan, Stephen Root
Land: USA
Deutschlandstart: 25.02.2011 (Direct-to-Video)

Steven Arthur Younger (Michael Sheen) war Nuklear-Experte bei der US-Armee. Jetzt ist er zum Islam konvertiert und bedroht sein Heimatland mit 3 platzierten Nuklearbomben. FBI-Agent Brody (Carrie-Anne Moss) soll die Bomben finden, der Verhörspezialist H (Samuel L. Jackson) hat währenddessen freie Hand beim Verhör Youngers, der sich offensichtlich absichtlich hat schnappen lassen. Es beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit, bei dem Millionen Menschenleben auf dem Spiel stehen und die Foltermethoden von H das einzige Mittel zu sein scheinen, dem Gefangenen die Standorte der Bomben zu entlocken.

Als Bedeutung der Machiavelli zugeschriebenen Aussage “Der Zweck heiligt die Mittel” nennt Wiktionary: für einen guten Zweck dürfen auch fragwürdige Mittel eingesetzt werden. Der gute Zweck wäre hier die Entschärfung der Bomben und das Retten unzähliger Menschenleben. Doch wie weit darf man gehen? Brody hält an ihren Prinzipien fest und lehnt Folter ab doch die Verantwortlichen wollen einfach nur den Standort der Bomben, koste es, was es wolle. Zum Glück haben sie H, der keine Skrupel kennt und die Drecksarbeit erledigt. Die Reaktionen der Anwesenden sind gemischt und verändern sich mit der Zeit, in der sie H bei der Folter beobachten. Eine richtige Entwicklung scheint es aber nicht zu geben, die Anwesenden schwanken eher hin und her, ob sie das jetzt gut finden oder nicht. Die große Frage, die der Film aufwerfen möchte, ist, ob ein Mensch auch im Angesicht der Katastrophe seine moralischen Grundsätze behalten kann. Wenn die Bombe hochgeht sterben sie sowieso alle, ist es dann noch verwerflich, den sonst Todgeweihten zu foltern, der ja eh im Explosionsradius der Bombe (so eine kleine Nuklearbombe kann schon eine ganze Stadt verwüsten) ist? Eine Frage, die im Film nicht eindeutig beantwortet werden kann, dafür sind die Charaktere zu flach und die ganze Story zu simpel. Für amerikanische Zuschauer reicht die Konvertierung zum Islam meist als Ursache, warum jemand plötzlich einen Haufen Menschen töten möchte, der etwas anspruchsvollere Filmfreund wird die Motive hinterfragen und das alles bestenfalls belächeln. Aber Unthinkable ist trotzdem ein solider Thriller und bietet optisch einige gute Stellen und mit Michael Sheen natürlich auch einen Schauspieler, der seine Rolle erstklassig verkörpert. Dazu noch einen Haufen bekannte Gesichter (Gil Bellows, bekannt aus Ally Mcbeal, “Superman” Brandon Routh…), die aber allesamt nebensächlich und austauschbar sind. Wer keine Angst vor Folterszenen hat (eigentlich sieht man nicht viel aber ich fand’s trotzdem ab und zu etwas heftig) kann Unthinkable ruhig mal in seinen Player schieben.

6.5/10