Titel: Scott Pilgrim vs. the World
Deutscher Titel: Scott Pilgrim gegen den Rest der Welt
Genre: Komödie
Regie: Edgar Wright
Drehbuch: Bryan Lee O’Malley (Comicvorlage), Edgar Wright, Michael Bacall
Darsteller: Michael Cera, Mary Elizabeth Winstead, Ellen Wong, Kieran Culkin, Chris Evans, Anna Kendrick, Alison Pill, Brandon Routh, Jason Schwartzman
Deutschlandstart: 06.01.2011

Scott Pilgrim vs. the World wurde bei uns ja auf Januar verschoben, glücklicherweise hatte ich bei moviepilot Karten für eine Preview letzte Woche gewonnen. Auch noch in OV. Ich habe die Comics letztens in Vorfreude auf den Film gelesen und hätte jetzt echt nicht bis Januar warten können, also auf dem Weg nochmal vielen Dank an moviepilot :)

Scott Pilgrim (Michael Cera) macht eigentlich nicht viel mehr, als zu Hause rumzuhängen und ab und an zu einer Bandprobe seiner Band Sex Bob-Omb zu gehen, die aber selbst seiner Meinung nach nichts taugen. Seit seine Highschool-Liebe Envy Adams ihn verlassen hat, ist generell nicht viel mit ihm anzufangen, die einzige Aufregung in seinem Leben ist die Tatsache, dass der 23jährige die 17jährige Knives datet, die noch in der Highschool ist. Da begegnet ihm im Traum Ramona Flowers, von der er fortan wie besessen ist.

Doch um mit ihr zusammen sein zu können, muss er erst alle ihre 7 Evil Boyfriends… sorry, Evil Exes besiegen. Warum er das machen muss? Ist das wichtig?
Nebenbei will die Band noch erfolgreich werden und Knives will Scott zurückerobern.

Scott Pilgrim vs. the World wartet mit vielen Comic- und Videospielanspielungen auf. Das fängt schon mit dem Universal Pictures-Intro im 8Bit-Chiptunes-Style an und wird im Film konsistent weitergeführt. Man sieht Ausschnitte aus den Comics, im Hintergrund läuft immer gerade die passende Melodie aus einem Zelda-Game und Scott beginnt seine Anmachen mit der Trivia, warum Pac-Man nicht Puck Man heißt.
Besonders zu Beginn des Films fällt auf, dass bis auf die kurzen Videospielmelodien kaum Musik oder andere Sounds zu hören sind. Das in Kombination mit dem winterlichen Toronto lässt Scott Pilgrim oft sehr trostlos aussehen, dabei sollte es doch vielmehr eine bunte und abgedrehte Comicverfilmung sein. Auch scheint Regisseur Edgar Wright (Hot Fuzz, Shaun of the Dead) seinen Schauspielern verboten zu haben, Emotionen zu zeigen. Scott Pilgrims Attitüde (“Maybe we should break up or… whatever”) wirkt wie ein Mantra für alle Schauspieler in dem Film, die 112 Minuten lang um die Wette möglichst gelangweilt gucken.

Schön ist, dass der Humor des Comics wirklich gut eingefangen wurde, viele Konversationen wurden 1-zu-1 in den Film übernommen. Das Ende des Films, das ja schon vor Erscheinen des sechsten und letztens Bandes gedreht wurde, wurde zum Glück noch an die Comics angepasst und neu gedreht. Ansonsten wären Fans auch bitter enttäuscht gewesen. Bitter enttäuscht war ich nicht, besonders begeistert leider auch nicht. Die wenigen Stellen, in denen im Kino laut gelacht wurden, kannte ich schon aus den Comics. Darüber hinaus war im Film leider wenig zu lachen, was bei einer Komödie etwas traurig ist.

Scott Pilgrim vs. the World versucht fast zwei Stunden lang, extrem awesome und cool zu sein, was leider fast die ganze Zeit sehr gewollt und aufgesetzt wirkt. Außerdem hat Wright sich zu sehr auf die Vorlage verlassen und zu wenig eigenes eingebracht, da kann man dann auch einfach den Comic lesen. Ich weiß wirklich nicht, ob ich mich jetzt noch auf die Verfilmung von Tim und Struppi freuen kann, zu der Wright das Drehbuch geschrieben hat.

Kein schlechter Film (auch wenn ich ein paar Mal fast eingeschlafen wäre, aber ich hatte auch schon ein paar Tage gamescom in den Knochen), die versprochene Epicness der Comics bleibt leider unerreicht.

6/10