Review: Moon
Titel: Moon
Deutscher Titel: Moon
Genre: Drama, Sci-Fi
Regie: Duncan Jones
Darsteller: Sam Rockwell, Kevin Spacey
Deutschlandstart: 15.07.2010
Im Regiedebüt von David Bowies ältesrem Sprößling Duncan Jones findet sich Sam Bell (Sam Rockwell) auf einer Mondstation wieder, das Energieproblem der zukünftigen Erde quasi im Alleingang lösend. In einer 3-Jahre-Mission überwacht er den Abbau des für Fusion notwendigen Helium 3 und schickt die Ernten zur Erde zurück. Die Station befindet sich auf der abgewandten Seite des Mondes und da der Kommunikations-Satellit defekt ist, kann er mit der Erde nur über aufgenommene Videos sprechen. Gespräche mit dem netten Roboter GERTY (Kevin Spacey) helfen leider auch nicht, die Einsamkeit zu bekämpfen. Er redet mit sich selbst und fängt an, Dinge zu sehen, wodurch er einen Unfall baut. Unversehrt wacht er in der Station wieder auf. Sam kommt das alles komisch vor und er macht sich auf den Weg, den verunglückten Rover zu untersuchen, obwohl GERTY ihn unbedingt in der Station behalten möchte, bis das “Rettungsteam” kommt. Er findet einen Klon von sich und versteht erst mal gar nichts. Und GERTY ist leider auch keine große Hilfe.
In diesem kurzen Zeitraum hat, schon vor Entdeckung des Klons, hat Jones so ziemlich alles preis gegeben und jegliche Überraschungsmomente verschenkt. So eine Station würde niemals von nur einer Person betreut werden, es gibt einfach keinen Grund, eine Person da oben drei Jahre lang alleine einzusperren. Tut man das aber nicht, kann die Story nicht funktionieren, was für mich ein großes Manko ist. Und spätestens, als Sam in der Krankenstation aufwacht, ist auch jedem die Sache mit den Klonen klar. Wie soll Sam denn von dem Rover zurück in die Station gekommen sein?
Wie dem auch sei: die Sache deckt sich nach und nach auf und die beiden Sams decken die Wahrheit hinter dem Programm, den Klonen und dem angeblich kaputten Live-Feed zur Erde auf. Ein Plan wird geschmiedet, um noch vor Erscheinen des Rettungsteams, das schon auf den ersten Blick mehr nach Söldner als nach Rettung aussieht, einen Weg zurück auf die Erde und zu Sam Bells Familie zu finden.
Was Moon genial macht ist ganz offensichtlich nicht die Story. Die ist einfach zu simpel und zu durchschaubar, es fehlt die Innovation. Die ganze Zeit wartete ich darauf, dass GERTY “Just what do you think you’re doing, Da… Sam” sagt, das passierte leider nicht. Parallelen könnte man schon ziehen, vor allem, da sowohl 2001 als auch Moon von der musikalischen Untermalung leben und Clint Mansell (Pi, Requiem for a Dream, The Fountain, The Wrestler) hat hier einfach wieder großes geleistet. Sam Rockwell ist großartig abgedreht wie immer und darf in Moon schön viel mit sich selbst diskutieren und streiten aber irgendwie reicht mir das alles nicht, da fehlt der Mindfuck, der Storyturn, das Unerwartete, was man nicht schon hundert Mal gesehen hat.
Trailer zu Moon:
Aber ich will Moon gar nicht so schlecht reden. Moon ist Duncan Jones’ erster Film (obwohl der Kerl schon fast 40 ist) und ich bin einfach mal gespannt, was da noch so kommen wird. Und ein schlechter Film war das ja jetzt nicht, es fehlte einfach nur das gewisse Etwas, um ihn vom Durchschnitt abzuheben.
4/5 Punkte
| Print article | This entry was posted by David on 23.06.2010 at 23:28, and is filed under Review, Sneak. Follow any responses to this post through RSS 2.0. Both comments and pings are currently closed. |
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about 1 year ago
Ich finde, Moon will gar nicht durch seine Story überzeugen – die ich trotz einigen Unausgeglichenheiten wirklich prima fand. Es ist vielmehr ein Film, den man einfach betrachtet, weil er wunderschön auf den Zuschauer wirkt. Clint Mansell hat einen einzigartigen Soundtrack geschaffen, die Atmosphäre wirkt sehr Kubrick-haft, die Bilder vom Mond bezaubern und Sam Rockwell ist einfach ein grandioser Schauspieler, dem Lob gebührt, weil er eine gute zwischenmenschliche Beziehung mit sich selbst aufbauen konnte. Für mich ist Moon ein gelungener Film.