Review: Inception
Titel: Inception
Deutscher Titel: Inception
Genre: Action, Thriller, Sci-Fi
Regie: Christopher Nolan
Drehbuch: Christopher Nolan
Darsteller: Leonardo DiCaprio, Joseph Gordon-Levitt, Ellen Page, Michael Caine, Ken Watanabe, Cillian Murphy, Tom Hardy, Tom Berenger, Marion Cotillard
Deutschlandstart: 29.07.2010
Bei IMDb-Usern ist Inception immer noch auf Platz 3, mit mittlerweile sogar recht vielen Stimmen. Ich hab den gestern auch endlich gesehen (OmU mit deutschen Untertiteln. Gibt es was schlimmeres? Also außer deutsche Synchro?) und muss sagen: gut ist er natürlich. Aber Top 3? Never. Nicht mal in meiner Top 3 aller Nolan-Filme.
Cobb (Leonardo DiCaprio) bricht mit seinem Team in Träume ein, um den Leuten Geheimnisse zu entlocken. Wie das funktioniert, wird im ganzen Film nicht erklärt, ist vermutlich auch nicht so wichtig. Inception springt direkt mitten in die Handlung, das Team versucht eine Extraction (also das Extrahieren eines Geheimnisses) aus dem Kopf von Saito, einem mächtigen Industriemagnaten. Denkt man darüber nach, was später im Film über Träume gesagt werden, muss man sich fragen, warum der Film so anfängt. Seit Prestige achte ich etwas genauer (look closely!) auf den Aufbau des Films, aber dazu kann ich hier nicht mehr verraten, ohne zu spoilern.
Cobb kann nicht in die USA zu seinen Kindern zurück, ein letzter Job für Saito (die Extraction war nur ein Test) soll ihm die Rückkehr ermöglichen. Doch dazu braucht er ein neues Team, nur sein Point Man Arthur (Joseph Gordon-Levitt) bleibt im Team. Vor allem ein guter Traumarchitekt muss her. In der Vorlesung seines Vaters (Michael Caine), von dem Cobb all sein Wissen über Extraction hat, findet er einen Ersatz, die junge Ariadne (Ellen Page) ist eine bessere Architektin als Cobb es je war und kann ganz hervorragend Labyrinthe bauen.
Ariadne… Labyrinthe… da war doch was… egal, hab gerade irgendwie den Faden verloren, wo waren wir?
Ach ja, das restliche Team. Da hätten wir noch den Forger Eames (mal wieder großartig: Tom Hardy), den Chemist Yusuf (Dileep Rao) und den Tourist, Saito (auch wie immer großartig: Ken Watanabe) selbst. Zusammen brechen sie in Fischers (The Mark, gespielt von Cillian Murphy) Träume ein, um in ihm eine Idee zu pflanzen. Inception eben, was als unmöglich gilt. Dazu dringen sie tiefer in sein Unterbewusstsein ein, als sie es je zuvor gemacht haben. Blöd nur, dass man hier nicht mehr einfach aufwacht, wenn man stirbt. Und dass überall, wo Cobb ist, auch The Shade (Marion Cotillard), die Projektion seiner toten Frau nicht weit ist, macht die ganze Aktion nicht unbedingt ungefährlicher. Zusammen dringen sie in den Traum im Traum im Traum vor, um in Fischer die Idee zu pflanzen, das von seinem kürzlich verstorbenen Vater geerbte Energie-Imperium nicht zu übernehmen und auszuweiten.
Man wirft mir ja oft vor, nicht glücklich zu sein, wenn ich nicht meckern könne, besonders bei Sachen, die von allen anderen total gehypt werden. Aber ich behaupte ja gar nicht, dass Inception ein schlechter Film sei. Inception ist aber auch nicht der beste Film aller Zeiten. Zahlreiche Twitterer und Blogger schreiben “bester Film, den ich je/in den letzten 10 Jahren gesehen habe” oder so und das kann ich nicht nachvollziehen. Wenn ich mir bei moviepilot meine Top 10 aller Filme, die ich je gesehen habe, ansehe: die wird sich nach Inception nicht verändern. Was mich ganz besonders gestört hat, war der Realismus. Die befinden sich in Träumen und alles war so verdammt normal. Klar, wurde erklärt, wenn es nicht realistisch ist, merkt das Ziel, dass irgendetwas nicht stimmt. Ich hätte mir trotzdem ein bisschen mehr Matrix-Style gewünscht, in einem Traum muss doch mehr möglich sein, als in der echten Welt, das war mir einfach zu wenig. An Hans Zimmers Soundtrack kann man natürlich wie immer nichts aussetzen, an den schauspielerischen Leistungen eigentlich auch nicht, selbst DiCaprio war… naja, er war halt DiCaprio.
Für mich landet Inception definitiv hinter Prestige und hinter Batman Begins, ein bisschen vor Memento vielleicht noch.
8,5/10
| Print article | This entry was posted by David on 02.08.2010 at 13:27, and is filed under Review. Follow any responses to this post through RSS 2.0. Both comments and pings are currently closed. |
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about 1 year ago
ehrliches, umfangreiches Review!
hätte mir ebenso noch abstraktere Momente in den Träumen gewünscht. Aber allgemein fand ich die Idee der Träume sehr gut umgesetzt und Eindrücke die man aus eigenen Träumen kennt waren meiner Meinung nach gut aufgegriffen. wie z.B. dass das Gehirn einige Äußere Eindrücke in die Träume einbaut, während man schläft.
Für mich hätte der Film ruhig noch ein eine Stunde länger gehen können um das Thema weiter zu vertiefen.
gruss
about 1 year ago
Kann deiner Review so einigermaßen zustimmen. Fand ihn auch ziemlich gut, aber es ist jetzt nicht so, dass er alles in den Schatten stellen würde und bei deiner Einordnung hinter Prestige und Batman Begins was die Filme von Nolan angeht, finde ich auch vertretbar.
Es war mit Sicherheit Absicht, aber manchmal bin ich bei der vertrackten Logik an manchen Stellen nicht hinterhergekommen in was für einem Traum die jetzt gerade sind.
Und ja, unter einer “Traumwelt” hätte ich mir auch etwas anderes vorgestellt. Wie du ja auch geschrieben hast, war das etwas sehr realistisch.
Der Film war schon gut, und man kann ihn empfehlen, vor allem weil es ja mal keine Fortsetzung oder Comicverfilmung war.
about 1 year ago
Für mich kommt nach “Memento” und “Inception” im Kanon Nolans erstmal eine Weile gar nix. Dann “The Following” (brilliantes Debut, reine Filmschule), dann “Insomnia” und “Prestige”, dann ein richtig guter “Batman Begins” und als Schlusslicht ein ganz OKer “The Dark Knight”.
Inception wird meiner Meinung nach “Matrix” überleben…
about 1 year ago
Ich habe den Film letzte Woche im Kino gesehen und bin auch ziemlich begeistert von “Inception”. Allerdings muss ich dazu auch sagen, dass er für mich ebenfalls etwa 9/10 Punkten bekommen würde. Auf manche Dinge ist zu wenig eingegangen worden und manche Sachen wurden einfach als selbstverständlich angesehen ohne sie zu erklären ( diese Wundermaschine z.B., die die Träume der Menschen quasi verbindet)