Titel: Fargo – Blutiger Schnee
Deutscher Titel: Fargo
Genre: Thriller, Komödie, Crime
Regie: Ethan und Joel Coen
Drehbuch: Ethan und Joel Coen
Produzenten: Ethan und Joel Coen
Musik: Carter Burwell
Darsteller: Frances McDormand, William H. Macy, Steve Buscemi, Harve Presnell, Peter Stormare, Bruce Campbell
Land: USA
Deutschlandstart: 1996

THIS IS A TRUE STORY

Der Autohändler Jerry Lundegaard (William H. Macy) hat finanzielle Probleme. Und einen reichen Schwiegervater, den er aber leider nicht anpumpen kann. Was macht man da klassischerweise? Genau, man lässt die Ehefrau entführen und so seine Schulden vom Schwiegervater bezahlen. Da Jerry dafür selbst zu feige ist, heuert er zwei Gauner an, denen er die Hälfte des angeblichen Lösegelds von $80.000 verspricht; in Wirklichkeit will er 1 Millionen verlangen. Doch schon die Entführung läuft nicht ganz reibungslos und auf dem Weg aus der Stadt werden die beiden von einem Polizisten angehalten, der mit seinem Leben für seine Arbeitsmoral bezahlen muss. Auch ein Zeuge der Tat muss dran glauben und schon bald ist aus der Entführung eine Mordserie geworden, der die schwangere Polizeichefin Marge Gunderson (Frances McDormand) auch sofort auf den Grund geht.

Die Geschichte, die Fargo erzählt, ist wie bei den meisten Coen-Filmen eigentlich nebensächlich und findet ein für Filme dieser Art auch sehr ungewöhnliches und unbefriedigendes Ende. Den Coens geht es in erster Linie darum, interessante und komische Charaktere zu erfinden. Für Nicht-Amerikaner vielleicht unverständlich, haben die Coens die stereotypische Nettigkeit der Einwohner Minnesotas überspitzt und ihren Schauspielern mit Sprachcoaches den Slang eines Klischee-Minnesoteraners beigebracht (wer den Film auf Deutsch guckt ist wie immer selber schuld), wodurch sämtliche Dialoge einfach total absurd klingen. Aber so mögen die Coens es ja am liebsten.

Fargo ist kein richtiger Krimi und auch keine wahre Geschichte, obwohl das im Vorspann behauptet wird. Ich tue mich ja meist schwer mit den Filmen der Coens, mir fehlt oft einfach der Sinn dahinter. Ich weiß nicht, ob ich mittlerweile genug Coen-Filme gesehen habe, um mich an den Stil gewöhnt zu haben, oder ob Fargo wirklich einfach der beste ist, wie viele behaupten. Aber ich habe mich gut unterhalten gefühlt, nicht so wie bei “No Country For Old Men” zum Beispiel. Die sinnfreien Dialoge mit den ständigen Wiederholungen gehen zwar relativ schnell auf die Nerven, witzig ist es aber dennoch. Für mich gehört Fargo mit den zwei darauf folgenden Werken “The Big Lebowski” und “O Brother, Where Art Thou?” zu den besseren Filmen, die ich bis jetzt von den Coens gesehen habe, ein richtiger Coen-Fan werde ich aber wohl nie werden.