Review: Der letzte Tempelritter
Titel: Der letzte Tempelritter
Deutscher Titel: Season of the Witch
Genre: Fantasy, Adventure
Regie: Dominic Sena
Drehbuch: Bragi F. Schut
Syncrhonstimmen: Nicolas Cage, Ron Perlman, Christopher Lee, Claire Foy, Robert Sheehan
Land: USA
Deutschlandstart: 07.01.2011 (DVD-Release Deutschland: 26.08.2011)
Macht Nicolas Cage nur in schlechten Filmen mit? Oder werden alle Filme schlecht, in denen Nicolas Cage mitmacht? Die Frage muss man sich unweigerlich stellen, wenn man sich mal den Quatsch anschaut, den Signore Coppola in letzter Zeit verbrochen hat. The Sorcerer’s Apprentice, Bangkok Dangerous, Knowing, National Treasure, Next, Ghost Rider… Cage wirkt immer deplatziert, die Rollen immer albern. Filmkritiker Roger Ebert schafft es, daraus noch ein Kompliment zu machen. “He is committed to the character with every atom” sagt er über die schlechten Rollen Cages. Egal wie doof die Rolle, Cage sei mit Herzblut dabei. Was Roger Ebert wohl zu Der letzte Tempelritter sagen würde?
Die Story von “Der letzte Tempelritter” kann man schnell erzählen und die Kreuzzüge sind dabei interessanterweise kaum von Bedeutung. Die beiden Kreuzritter (Kreuzritter, keine Tempelritter) Behmen (Nicolas Cage) und Felson (Ron Perlman) töten tausende Ungläubige in den Kreuzzügen. Unter den Tausenden waren scheinbar nie Frauen, denn als Behmen zum ersten Mal eine Frau tötet, schlägt sein Gewissen Alarm und die beiden Freunde desertieren und kehren zurück in ihre deutsche Heimat. Doch in Europa herrscht die Pest, und die beiden Ritter werden in einer pestverseuchten Stadt ein letztes Mal in den Dienst der Kirche gestellt. Sie sollen eine Hexe in ein weit entfernteste Kloster bringen, damit dort von den Mönchen ein altes Ritual mit ihr vollzogen werden kann, das die Pest beenden soll.
Zusammengefasst ist: “bring Hexe von A nach B” die gesamte Story des Films. Unterwegs trifft die Gruppe, bestehend aus der vermeintlichen Hexe, den beiden ehemaligen Rittern, einem Priester, einem Messdiener, der gerne Ritter wäre, einem Betrüger, der vorgibt, den Weg zu kennen und einem alten Ritter natürlich auf alle möglichen Hindernisse.
Die Kritiken zu Der letzte Tempelritter sind größtenteils negativ, wie ich nach dem Film gesehen habe und das leider zurecht. Der Film hat keine wirkliche Story, die Effekte sind auch nicht wirklich State-of-the-art und dem Film fehlt es generell an jeglichem Tiefgang, den man mit Kreuzrittern, die wegen der Schrecken der Kriege desertieren, Hexenverfolgung und Kirchenkritik leicht hätte schaffen können. Stattdessen liefert Dominic Sena (Password: Swordfish, Gone in 60 Seconds) einen seichten Fantasy-Streifen, der mich zum Schluss an Eddie Murphys Auf der Suche nach dem goldenen Kind erinnert hat. Der Unterschied: 1. Eddie Murphy will lustig sein und 2. ist der Film von 1986. Kritik an der Kirche und an den Kreuzzügen hätte stärker hervorgehoben werden müssen und die Horror-Elemente hätten gruseliger sein müssen, was bleibt ist ein typischer Fall von “nix Halbes und nix Ganzes”, den man sich mal im Fernsehen anschauen kann, wenn nichts anderes läuft.
Komischerweise war Der letzte Tempelritter an den Kinokassen recht erfolgreich, weshalb wir sicher auch in Zukunft wohl nicht von schlechten Nicolas Cage-Streifen verschont bleiben werden.
| Print article | This entry was posted by David on 01.09.2011 at 14:26, and is filed under Review. Follow any responses to this post through RSS 2.0. Both comments and pings are currently closed. |
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about 5 months ago
Vielleicht kann man mit Tempelrittern im Titel erfolgreich Leute ins Kino bewegen? Warum sonst haben deutscher Titel und Originaltitel nichts miteinander zu tun. Nicolas Cage macht tatsächlich hauptsächlich schlechte Filme. Und jedes Mal fragt man sich hinterher, warum man den Film angeschaut hat, obwohl Nicolas Cage mitmacht.