Titel: A Serious Man
Deutscher Titel: A Serious Man
Genre: Komödie
Regie: Ethan und Joel Coen
Drehbuch: Ethan und Joel Coen
Darsteller: Michael Stuhlbark, Richard Kind, George Wyner, Simon Helberg
Im Handel ab: 13.08.2010

Morgen erscheint A Serious Man von den Coens auf DVD und Blu-Ray, das nehme ich mal als Anlass, mein erstes DVD-Review zu schreiben. Film-Reviews schreibe ich, seit ich blogge, meist über Filme, die gerade im Kino liefen oder noch laufen, selten über Filme, die ich auf DVD gesehen habe. Bis jetzt habe ich Filme aber immer nur inhaltlich, unabhängig vom Medium rezensiert. Da ich allerdings ein Reviewexemplar der DVD hier liegen habe, und mich über den Film selbst damals schon nach meinem Kinobesuch (siehe hier) ausgelassen habe, versuche ich mich jetzt mal auf die Ausstattung und die Features zu konzentrieren.

Über den Film braucht man vermutlich gar nicht so viele Worte zu verlieren. Die einen lieben die Coen-Brüder und jeden ihrer Filme, die anderen (so wie ich) verlassen meist mit einem dicken Fragezeichen über dem Kopf das Kino und verstehen es nicht. “Man muss es gar nicht verstehen, das ist ja gerade der Witz”, antworten einem die Fanboys dann und ich denke mir dann meinen Teil und bin ruhig.
A Serious Man ist eine schwarze Komödie, die uns ins Minneapolis der 60er Jahre versetzt und dort in eine jüdische Siedlung. Biographischer Ansätze sind hier zu erkennen, wie viel genau, das wissen vermutlich nur Ethan und Joel selbst.
Larry ist Mathematikprofessor (Physik?) und in seinem Leben läuft alles schief, was schief laufen kann. Da kann nur ein Rabbi helfen, doch egal zu wem er geht, er ist im Anschluss auch nicht schlauer als zuvor.

Rabbi Nachtner: We can’t know everything.
Larry Gopnik: It sounds like you don’t know anything! Why even tell me the story?

Der alte Rabbi, von dem Larry sich tatsächlich Hilfe verspricht, lässt kaum jemanden zu sich, außer die Jungen, die gerade ihre Bar Mitzwa hinter sich haben. Einer davon ist ausgerechnet Danny, Larrys Sohn, der das natürlich in keiner Weise zu schätzen weiß. Kann es noch schlimmer kommen? Die Coens zeigen: ja, es kann. Die Auflösung wird dem Zuschauer aber vorenthalten und der Film endet abrupt. Gemein.

“Dieser Film handelt vom geballten Unglück eines Familienvaters”, sagen die Coens im Making Of nüchtern. So simpel kann man es zusammenfassen.

Habt etwas Nachsehen, ich habe noch nie die Ausstattung einer DVD beschrieben und gucke mir selbst eigentlich auch nie Extras an, hier also mal ein paar Eckdaten:
Sprache ist Deutsch und Englisch in Dolby Digital 5.1, Untertitel gibt es deutsche und englische für Hörgeschädigte (keine normalen).
Im 11minütigen Making Of sieht man ein paar Hintergründe und sowohl die Coens als auch Michael Stuhlbark (Larry Gopnik) verlieren ein paar Worte über den Dreh. Dazu gibt es noch ein separates Interview mit Stuhlbark, TV- und Kino-Trailer und 10 Minuten B-Roll (wobei mir da der Mehrwert nicht klar ist).

Die Featurettes erklären ein paar wichtige, jiddische Begriffe (Zores, Masel tov, Bar Mitzwa), wie die Coens den Vorort aufgebaut, bzw. wie sie ihn in die 60er versetzt haben (Autoauswahl, Requisiten, Kleidung, etc.) usw. Es gibt auch was zum Intro, das meine Vermutung bestätigt: das Intro hat nichts mit dem Film zu tun. Toll, da habe ich mir ewig drüber den Kopf zerbrochen.
Ganz wichtig und absolut erwähnenswert ist das Wechselcover. Nichts verschandelt eine DVD so sehr, wie ein hässliches FSK-Bildchen. Kann man das nicht als Aufkleber auf die Folie machen? Wirklich schlimm. Egal, A Serious Man hat ein Wechselcover und das ist gut so!
Was kann ich noch groß schreiben? Jeder Coen-Fan hat den eh schon vorbestellt. Allen anderen kann ich noch versichern, dass ich A Serious Man beim zweiten Sehen vermutlich besser bewerten würde, mein altes Review ist ja nicht so gut ausgefallen.