Review
Die Abenteuer von Tim und Struppi
Nov 21st
Überall begegnet uns momentan der junge Reporter aus Belgien. Die Comics habe ich letztens alle erneut gelesen (vielleicht schreibe ich da auch noch was zu), dann den Film geschaut (den ich erst nicht so gut fand, weil er doch recht weit vom Buch entfernt war, allerdings heißt er bei uns jetzt auch nicht mehr so wie das Buch, unter dem Titel läuft er nur noch in UK). Anschließend habe ich mir das Game vorgenommen, auf das ich mich schon länger gefreut habe, heutzutage gibt es einfach kaum noch gute Platformer und Tim und Struppi – Das Geheimnis der Einhorn ist ein sehr guter Vertreter des Genres, auch wenn die 3D-Parts nicht sonderlich gut gelungen sind. Ansonsten macht das Game echt Spaß, vor allem zu zweit.
Review: Der letzte Tempelritter
Sep 1st
Titel: Der letzte Tempelritter
Deutscher Titel: Season of the Witch
Genre: Fantasy, Adventure
Regie: Dominic Sena
Drehbuch: Bragi F. Schut
Syncrhonstimmen: Nicolas Cage, Ron Perlman, Christopher Lee, Claire Foy, Robert Sheehan
Land: USA
Deutschlandstart: 07.01.2011 (DVD-Release Deutschland: 26.08.2011)
Macht Nicolas Cage nur in schlechten Filmen mit? Oder werden alle Filme schlecht, in denen Nicolas Cage mitmacht? Die Frage muss man sich unweigerlich stellen, wenn man sich mal den Quatsch anschaut, den Signore Coppola in letzter Zeit verbrochen hat. The Sorcerer’s Apprentice, Bangkok Dangerous, Knowing, National Treasure, Next, Ghost Rider… Cage wirkt immer deplatziert, die Rollen immer albern. Filmkritiker Roger Ebert schafft es, daraus noch ein Kompliment zu machen. “He is committed to the character with every atom” sagt er über die schlechten Rollen Cages. Egal wie doof die Rolle, Cage sei mit Herzblut dabei. Was Roger Ebert wohl zu Der letzte Tempelritter sagen würde?
Die Story von “Der letzte Tempelritter” kann man schnell erzählen und die Kreuzzüge sind dabei interessanterweise kaum von Bedeutung. Die beiden Kreuzritter (Kreuzritter, keine Tempelritter) Behmen (Nicolas Cage) und Felson (Ron Perlman) töten tausende Ungläubige in den Kreuzzügen. Unter den Tausenden waren scheinbar nie Frauen, denn als Behmen zum ersten Mal eine Frau tötet, schlägt sein Gewissen Alarm und die beiden Freunde desertieren und kehren zurück in ihre deutsche Heimat. Doch in Europa herrscht die Pest, und die beiden Ritter werden in einer pestverseuchten Stadt ein letztes Mal in den Dienst der Kirche gestellt. Sie sollen eine Hexe in ein weit entfernteste Kloster bringen, damit dort von den Mönchen ein altes Ritual mit ihr vollzogen werden kann, das die Pest beenden soll.
Zusammengefasst ist: “bring Hexe von A nach B” die gesamte Story des Films. Unterwegs trifft die Gruppe, bestehend aus der vermeintlichen Hexe, den beiden ehemaligen Rittern, einem Priester, einem Messdiener, der gerne Ritter wäre, einem Betrüger, der vorgibt, den Weg zu kennen und einem alten Ritter natürlich auf alle möglichen Hindernisse.
Die Kritiken zu Der letzte Tempelritter sind größtenteils negativ, wie ich nach dem Film gesehen habe und das leider zurecht. Der Film hat keine wirkliche Story, die Effekte sind auch nicht wirklich State-of-the-art und dem Film fehlt es generell an jeglichem Tiefgang, den man mit Kreuzrittern, die wegen der Schrecken der Kriege desertieren, Hexenverfolgung und Kirchenkritik leicht hätte schaffen können. Stattdessen liefert Dominic Sena (Password: Swordfish, Gone in 60 Seconds) einen seichten Fantasy-Streifen, der mich zum Schluss an Eddie Murphys Auf der Suche nach dem goldenen Kind erinnert hat. Der Unterschied: 1. Eddie Murphy will lustig sein und 2. ist der Film von 1986. Kritik an der Kirche und an den Kreuzzügen hätte stärker hervorgehoben werden müssen und die Horror-Elemente hätten gruseliger sein müssen, was bleibt ist ein typischer Fall von “nix Halbes und nix Ganzes”, den man sich mal im Fernsehen anschauen kann, wenn nichts anderes läuft.
Komischerweise war Der letzte Tempelritter an den Kinokassen recht erfolgreich, weshalb wir sicher auch in Zukunft wohl nicht von schlechten Nicolas Cage-Streifen verschont bleiben werden.
Cars 2
Aug 9th
Titel: Cars 2
Deutscher Titel: Cars 2
Genre: Animation
Regie: John Lasseter, Brad Lewis
Drehbuch: Ben Queen
Syncrhonstimmen: Owen Wilson, Larry The Cable Guy, Michael Caine, Emily Mortimer, John Turturro, Thomas Kretschmann, Franco Nero
Verleih: Walt Disney Pictures
Land: USA
Deutschlandstart: 28.07.2011
Cars 2, die Fortsetzung des eigentlich nicht ganz so beliebten, aber dennoch an den Kinokassen sehr erfolgreichen, Animationsfilm von Pixar, versetzt die sprechenden Autos rund um den roten Flitzer Lightning McQueen (Owen Wilson) auf Rennstrecken in der ganzen Welt. In ihrem zweiten Abenteuer verlassen die Autos Radiator Springs und reisen um die Welt, um an einem Rennen des Öl-Milliardärs Miles Axlerod (Eddie Izzard) teilzunehmen. Der ist mittlerweile von seiner Öl-Sucht bekehrt, hat sich selbst in ein Elektro-Auto umbauen lassen und will mit dem Rennen seinen neuen, sauberen Treibstoff promoten, den alle Wagen benutzen müssen.
Währenddessen sind die Spione Finn McMissile (Michael Caine) und Holley Shiftwell (Emily Mortimer) dem bösen Professor Zündapp (Thomas Kretschmann) auf der Spur, der mit seinen “Gurken” (im Original “Lemons”, also alte, verrostete Autos) einen bösen Plan verfolgt, der eine mysteriöse Geheimwaffe involviert. Mater/Hook, der Lightning ausnahmsweise begleiten durfte, sich aber wie zu erwarten war, ständig blamiert, wird in das Spion-Geschehen hineingezogen und versucht mit den britischen Geheimagenten, die Verschwörung aufzudecken. Das führt ihn letztendlich doch wieder zu seinem besten Freund Lightning zurück, denn wie es sich herausstellt, will das böse deutsche Auto mit seinen verrosteten Kumpanen das Rennen sabotieren. Der gutmütige Abschleppwagen zögert keine Sekunde, stürzt sich in die Gefahr und riskiert alles, um seinen Freund zu beschützen.
Cars war für viele der schlechteste Pixar-Film, ich mochte ihn eigentlich, auch wenn er natürlich nicht an ein Toy Story herankommt. Cars 2 hingegen ist mehr als eine würdige Fortsetzung und einer der lustigsten und optisch beeindruckendsten Animationsfilme überhaupt. Und das beste: er bringt den Kindern noch ein paar sinnvolle Lebensweisheiten bei. Über Freundschaft. Und Umweltschutz. Und darüber, wie böse fossile Energie doch ist.
Optisch ist Cars 2 wirklich bombastisch und abwechslungsreich, die bunte Neon-Welt Tokyos, die kleine italienische Hafenstadt, London…
Dabei sind alle Orte relativ originalgetreu nachempfunden, mit kleinen Änderungen, die sie für Autos als Bewohner und Erbauer glaubhaft machen. Da wären die Automaten in Tokyo, an denen es statt gebrauchter Schlüpfer (ja, das gibt es in Japan), Reifen zu kaufen gibt oder der Big Bentley in London. Und die Szene mit Mater auf einer japanischen Toilette? Klar, das ist alberner Klamauk, aber wer das nicht witzig finden kann, der sollte nicht in einen Pixar-Film gehen.
Cars 2 ist einer der witzigsten Animationsfilme, den ich bis jetzt gesehen habe und selbst die deutsche Synchro mit komischen Leuten aus der Rennfahrer-Szene, die überhaupt nicht sprechen können, kann daran nichts ändern. Eltern mit Kindern seien vor der Gewalt in dem Film gewarnt. Die Autos schießen mit echten Waffen, überall explodiert es und Gegner werden getötet. Man mag jetzt sagen: “ach, das sind ja nur Autos”, trotzdem sollte man die FSK 0-Wertung meiner Meinung nach mit Vorsicht genießen. Wenn “lebende” Autos in Schrottpressen kommen, explodieren oder auf Grund eines Sturzes in Einzelteile zerfallen, ist das für Kinder im Vorschulalter möglicherweise weniger geeignet. Ansonsten ist Cars 2 ein Spaß für die ganze Familie, bei dem auch erwachsene Zuschauer was zu lachen haben. Angucken!
Zu Cars 2 gibt es natürlich auch wieder ein Videogame, lest also auch mein Review zum Cars 2- Videospiel!
Captain America: The First Avenger
Aug 5th
Titel: Captain America: The First Avenger
Deutscher Titel: Captain America: The First Avenger
Genre: Comicverfilmung
Regie: Joe Johnston
Drehbuch: Christopher Markus, Stephen McFeely
Darsteller: Chris Evans, Hugo Weaving, Natalie Dormer, Stanley Tucci, Tommy Lee Jones, Neal McDonough, Dominic Cooper, Anatole Taubman, Sebastian Stan
Verleih: Paramount Pictures
Land: USA
Deutschlandstart: 18.08.2011
USA, 1942: Steve Rogers möchte nichts lieber, als für sein Vaterland in den Krieg zu ziehen. Nicht weil er gerne tötet, sondern weil er einfach keine Bullies mag, wie er sagt. Nur wird er jedes mal ausgemustert, so oft er es auch unter falscher Identität versucht. Er ist klein, schmächtig, hat Asthma und noch vieles mehr. Körperlich könnte er ungeeigneter nicht sein, dafür ist er clever und trägt das Herz am rechten Fleck. Wie der Zufall so will, wird auf einer Präsentation von Howard Stark (Iron Mans Dad) Dr. Erskine auf den kleinen Mann aufmerksam und bietet ihm die Erfüllung seines Traumes an. Was er ihm nicht erzählt: der Doktor hat ein Serum entwickelt, das jeden Soldaten in einen Supersoldaten verwandeln kann. Leider wurde er in seiner deutschen Heimat schon dazu gezwungen, dem Nazi-Offizier Johann Schmidt (Hugo Weaving) das Serum zu verabreichen, weshalb auch die Deutschen über einen Supersoldaten verfügen. Und einen verrückten noch dazu, sucht Schmidt doch nach Götterartefakten und versucht, im Alleingang die Weltherrschaft zu erlangen.
Auf der anderen Seite nutzt Captain America, wie Rogers fortan genannt wird, sein neu gewonnenes Image, um durch Auftritte Geld für die Armee zu gewinnen, den Krieg hat er immer noch nicht gesehen. Als sein bester Freund von einem Einsatz nicht mehr zurück kehrt, hat der ehemalige Hänfling genug davon, an der Seitenlinie zu stehen, und greift nur unterstützt von der Agentin Peggy Carter (Hayley Atwell) die feindliche Basis an, in der sein Kumpel Buck vermutet wird und erklärt Nazi-Bösewicht Red Skull den Krieg.
Captain America, der amerikanischste aller Superhelden, reiht sich in die Riege der Avengers ein. Der Comic entstand in erster Linie zu Propagandazwecken. Comics, in denen Nazis bekämpft oder Hitler zu einer Lachnummer gemacht wurde, waren in den USA keine Seltenheit, Captain America war aber vermutlich der einzige Comic-Held, der alleine zu diesem Zweck erschaffen wurde. Im Film wird das ganze etwas entschärft und für internationales Publikum tauglich gemacht. Auf übertriebenen Patriotismus wird fast vollständig verzichtet, es gibt keine Hasstiraden auf Deutschland und Dr. Erskine klärt den Captain in einer ruhigen Minute darüber auf, dass die Deutschen ebenso Opfer Hitlers sind, wie alle anderen auch. Und die Soldaten, die der tapfere Captain befreit? Sind zu seiner Überraschung nicht nur Amis, sondern Franzosen, Italiener und sogar Asiaten.
Da Nazis als Feindbild schon total abgenutzt sind – irgendwann wird selbst das langweilig – verzichtet man bei Captain America fast vollständig auf das eigentliche Grundkonzept der Comics. Hitler kommt überhaupt nicht vor, Swastikas sieht man keine und vom normalen Kriegsgeschehen wird auch nichts gezeigt. Captain America gegenüber stehen keine deutschen Armeen, sondern ausschließlich sein quasi ebenbürtiger Gegenspieler Red Skull und dessen vermummte Spezialsoldaten. Man war hier extrem darauf bedacht, Politik und Geschichte so gut es geht außen vor zu lassen, der zweite Weltkrieg ist zwar der Schauplatz des Films, spielt in der Story aber kaum eine Rolle. Die gesamte Welt wird bedroht, und zwar von einem Verrückten, der zufällig einen deutschen Akzent hat (übrigens brillant von Hugo Weaving umgesetzt, ohne dabei in übertriebene Veralberungen auszuarten).
Atmosphärisch kann Captain America – The First Avenger vor allem in den Steampunk-Parts punkten, die ein wenig an Bioshock erinnern, ansonsten kann der Film optisch wenig beeindrucken, das meiste ist Standard-Studio-Kost. Den 3D-Fans, sofern es solche überhaupt geben sollte, sei gesagt, dass der blau-weiß-rote Held traditionell gefilmt und nur nachträglich in 3D konvertiert wurde, der Effekt hält sich dezent im Hintergrund. Für diesen subtilen 3D-Effekt, den man eigentlich nur wirklich merkt, wenn Schrift im Bild ist, finde ich den Aufpreis nicht gerechtfertigt.
Die Darsteller bieten allesamt solide Schauspielkunst, mehr aber auch nicht. Einzig Hugo Weaving sticht ein wenig heraus, aber das erwartet man von ihm auch. Chris Evans spielt den Captain ebenso souverän, wie er schon zuvor Human Torch in The Fantastic Four gespielt hat, allerdings bietet die Rolle auch keine großen Herausforderungen. Captain America bleibt auch mit neuem Körper und neuen Stärken und trotz des plötzlichen Einflusses auf das weibliche Geschlecht der alte Steve Rogers. Man sagt zwar, Macht korrumpiere, Evans darf aber 124 Minuten exakt die selbe Rolle spielen, ohne Zweifel, ohne Hochmut, überhaupt fast gefühlslos. Dass er 70 Jahre später aus einer unfreiwilligen Stasis erwacht und alle Menschen die er kannte, liebte und für die er gekämpft hat, tot sind, tut der Mann mit dem Schild mit einem kurzen Spruch und einem Schulterzucken ab. Ein bisschen so fühlt man sich als Zuschauer im Kino auch. Captain America: The First Avenger ist eigentlich nur ein 2-stündiges Intro für den kommenden Film The Avengers (unbedingt auf den kleinen Trailer nach dem Abspann warten) und der erste von 6 geplanten Filmen mit Chris Evans als Captain America. Man hätte sich hier deutlich kürzer fassen können oder den Film eher nach The Avengers als “Captain America: Origins” zeigen sollen. Die ersten Minuten spielen in der Gegenwart und dann wartet man 120 Minuten darauf, wieder im aktuellen Millenium zu landen. Allerdings fingen auch Iron Man, Hulk und Thor ganz am Anfang an, es sei dem Captain also gegönnt, auch seine Geschichte komplett erzählen zu dürfen. Schließlich geht es nächstes Jahr bereits weiter.
In der Gegenwart. Und ohne Nazis.
Fazit: Kann man sehen, muss man aber nicht. Sollte man allerdings, wenn man die folgenden Filme und The Avengers sehen möchte.
Review: The Adjustment Bureau/Der Plan
Jul 4th
Titel: The Adjustment Bureau
Deutscher Titel: Der Plan
Genre: Sci-Fi, Thriller, Romance
Regie: George Nolfi
Drehbuch: George Nolfi, Philip K. Dick (Kurzgeschichte)
Darsteller: Matt Damon, Emily Blunt, Anthony Mackie, John Slattery, Michael Kelly, Terence Stamp
Verleih: Universal Pictures
Land: USA
Deutschlandstart: 10.03.2011. Ab 21.07.2011 auf DVD/Blu-Ray
The Adjustment Bureau ist die Verfilmung einer Philip K. Dick (Blade Runner, Total Recall, A Scanner Darkly, Minority Report) Shortstory, mit anderen Filmen, die auf Dicks Geschichten beruhen, aber kaum vergleichbar. The Adjustment Bureau (auf Deutsch “Der Plan”) ist keine düstere Dystopie, sondern spielt vielmehr in der uns bekannten Gegenwart. Der Plot ist eher spirituell angehaucht, wobei man spirituelle Elemente ja auch in den Sci-Fi-lastigen Geschichten von Dick findet.
David Norris (Matt Damon) ist Kongressabgeordneter in New York kurz vor der Senatswahl, bei der er gerne zum jüngsten Senator gewählt werden möchte. Das klappt nicht so wie gewollt, hat aber dennoch etwas positives für Norris. Denn während er auf Toilette seine Verlierer-Rede übt, trifft er auf Elise (Emily Blunt), die sich dort vor den Sicherheitsleuten versteckt, da sie im gleichen Gebäude eine Hochzeit gecrashed hat. Inspiriert von dieser Begegnung hält Norris eine improvisierte Rede, die durch ihre tiefe Ehrlichkeit überzeugt und den gescheiterten Senats-Anwärter zum Publikumsliebling macht, die Chancen für die nächsten Wahlen stehen also nicht schlecht.
Ein Jahr später trifft David zufällig erneut auf Elise, was Adjustment Bureau-Mitarbeiter Harry (Anthony Mackie) im Auftrag seines Bosses Richardson (John Slattery) verhindern sollte. David erfährt, dass es einen Plan für sein Leben gibt und das Adjustment Bureau soll dafür sorgen, dass dieser eingehalten wird. Und Elise erneut zu treffen war nicht Teil dieses Plans; er dürfe sie niemals wiedersehen, wenn er nicht ihren Traum, eine erfolgreiche Tänzerin zu werden und gleichermaßen seinen Traum, Senator oder irgendwann sogar Präsident zu werden. David hat kaum eine Wahl, den Wünschen der mysteriösen Männer mit Hut zu entsprechen, die jeden seiner Schritte vorhersehen können, schließlich hat er von Elise nur einen Vornamen und keine Nummer, sie erneut zu treffen scheint unwahrscheinlich. Doch als David nach Jahren Elise zufällig über den Weg läuft, wächst in ihm der Wunsch, sein Schicksal in die eigene Hand zu nehmen und gegen die unbekannten Männer anzukämpfen.
Nicht überall, wo Sci-Fi dransteht, ist auch Sci-Fi drin. The Adjustment Bureau/Der Plan könnte kaum weiter von einem Sci-Fi-Thriller entfernt sein, einzig die Fähigkeit der Mitarbeiter des Bureaus, durch jede beliebige Türe eine andere zu erreichen, erinnert an eine gewisse Szene aus Matrix. Ansonsten ist The Adjustment Bureau in erster Linie eine Romanze über zwei Personen, die trotz aller Widrigkeiten zusammen sein wollen. Die Widrigkeiten bestehen hier aus einer mysteriösen Gruppe, die für alle Menschen einen Plan haben, den es einzuhalten gilt. Wieso und warum ist dabei erstmal nebensächlich, gewisse religiöse Erklärungen lassen einen wünschen, die Gründe wären komplett unerklärt geblieben. So wäre das Ganze geheimnisvoller gewesen und der Zuschauer hätte sich seinen eigenen Reim machen müssen. Wäre “Der Plan” in meinem Philip K. Dick Kurzgeschichten-Band enthalten, würde ich jetzt fix nachlesen, wie das dort umgesetzt wurde. Bei Verfilmungen von Kurzgeschichten ist die Divergenz zwischen Vorlage und Film ja oft recht groß. (Die Kurzgeschichte “The Adjustment Team” ist Public Domain und kann folglich ganz legal aus dem Internet bezogen werden. Nach kurzem Überfliegen und Lesen der Zusammenfassung, kann ich nur extrem wenige Überschneidungen zwischen Kurzgeschichte und Film finden, einen detaillierten Vergleich kann ich natürlich nur ziehen, wenn ich die Geschichte komplett gelesen habe.)
Die Quasi-Omnipotenz der Bureau-Mitarbeiter kommt meines Erachtens auch viel zu kurz, stattdessen konzentriert sich der Film zu sehr auf den Romanzen-Part und selbst der ist noch nicht mal frei von Logik-Lücken. Die Story funktioniert nur, weil David Elise jahrelang nicht finden kann. Da sie aber ähnlich empfindet wie er, warum nimmt sie nicht einfach mal den gleichen Bus nochmal, mit dem er jeden Morgen zur Arbeit fährt? Er hat von ihr keinen Nachnamen, ist aber selbst täglich in der Zeitung, hält Reden, etc. Der Plan ist, dass die beiden sich nicht treffen dürfen, andererseits wird er von wildfremden Menschen auf der Straße gegrüßt, weil man sein Gesicht aus den Zeitungen und dem Fernsehen kennt.
Allgemein ist die Story nicht ganz zu Ende gedacht und an vielen Stellen recht schwammig, Vergleiche mit einem großartigen Werk wie Blade Runner kann man The Adjustment Bureau unmöglich vergleichen, vielmehr handelt es sich um eine Romanze mit ein paar übersinnlichen Elementen und einer handvoll Sci-Fi-Andeutungen. Das macht den Film nicht schlecht, ich habe mich sehr gut unterhalten gefühlt, die Optik ist toll, die Musik (Thomas Newman, Richard Ashcroft) ebenso, man darf nur keinen typischen Philip K. Dick-Film erwarten.
7/10
Review: Rio
May 9th
Titel: Rio
Deutscher Titel: Rio
Genre: Animation, Comedy
Regie: Carlos Saldanha
Drehbuch: Don Rhymer, Joshua Sternin, Jeffrey Ventimilia, Todd R.Jones, Earl Richey Jones
Produzenten: John C. Donkin, Bruce Anderson, Chris Wedge
Sprecher: Anne Hathaway, Jesse Eisenberg, Jemaine Clement, Leslie Mann, Tracy Morgan, Will.I.Am, Rodrigo Santoro, George Lopez, Jamie Foxx
Verleih: Fox
Land: USA
Deutschlandstart: 07.04.2011 (2D+3D)
Blu, ein Papagei (Spix Ara/Macaw) aus Brasilien wird als Kind gefangen und findet sich plötzlich im kalten Minnesota wieder. Er gewöhnt sich schnell an sein gemütliches Leben bei der netten Bibliothekarin Linda (Leslie Mann), doch der Frieden wird jäh gestört, als der Ornithologe Tulio (Rodrigo Santoro) Linda mit der Bitte aufsucht, Blu nach Rio zu begleiten. Er sei der letzte männliche Vertreter seiner Art und solle sich im Reservat mit einem weiblichen Vogel paaren. Nach kurzer Überredung fliegen die beiden Stubenhocker ins warme und lebhafte Rio – natürlich passend zum Karneval. Dort lernt Blu Jewel (Anne Hathaway) kennen. Die ist im Dschungel zu Hause und hat überhaupt keine Lust, sich zu paaren, was dem schüchternen Blu gerade gelegen kommt. Jewel will der vermeintlichen Gefangenschaft und “Zwangsehe” entfliehen, doch Vogelschmuggler kommen ihr zuvor, entführen die beiden seltenen Vögel und das Abenteuer in der fremden Umgebung nimmt für Blu seinen Lauf. Den beiden gelingt die Flucht, doch aneinander gekettet kommen sie ohne Hilfe natürlich nicht weit, zumal Blu des Fliegens nichts mächtig ist.
Rio ist, wie jeder bei dem Titel denken kann, ein Film, der vor allem auf Farbenpracht, Musik und brasilianisches Lebensgefühl setzt. Überall ist es bunt, es wird getanzt und gesungen (Will.i.am von den Black Eyed Peas und Jamie Foxx singen, Sérgio Mendes war als musikalischer Berater mit an Bord) und auch die Vögel sind bunt und farbenprächtig (ganze 12 Animatoren alleine für Federn habe ich im Abspann gezählt). Bis auf Samba und schöne “Aufnahmen” von Rio bietet der Film für das erwachsene Publikum leider gar nichts. Die Charaktere sind flach und die Story schon tausend Mal gesehen. Jüngere Zuschauer werden allerdings ihren Spaß haben, die Einnahmen des Films ($370 Mio bei $90 Produktionskosten) sprechen für sich. Was mir besonders negativ aufgefallen ist, waren die Anleihen an andere Filme. Die Affen in Rio wirken wie eine Kreuzung aus dem Madagascar-Pinguinen mit den Lemuren von Madagascar. Meine Meinung zu den Synchronstimmen ist zwiegespalten. Anne Hathaway und Jemaine von Flight of the Conchords fand ich super, Jesse Eisenberg eher schlecht und unmotiviert wie in allen Filmen, in denen er mitwirkt.
Mein Tipp: auf die DVD oder Blu-Ray warten, die überteuerte 3D-Vorstellung im Kino kann man sich schenken.
5/10
Review: Unthinkable
Mar 7th
Titel: Unthinkable
Deutscher Titel: Unthinkable
Genre: Thriller
Regie: Gregor Jordan
Drehbuch: Oren Moverman, Peter Woodward
Produzenten: Marco Weber, Caldecot Chubb
Darsteller: Samuel L. Jackson, Michael Sheen, Carrie-Anne Moss, Brandon Routh, Gil Bellows, Martin Donovan, Stephen Root
Land: USA
Deutschlandstart: 25.02.2011 (Direct-to-Video)
Steven Arthur Younger (Michael Sheen) war Nuklear-Experte bei der US-Armee. Jetzt ist er zum Islam konvertiert und bedroht sein Heimatland mit 3 platzierten Nuklearbomben. FBI-Agent Brody (Carrie-Anne Moss) soll die Bomben finden, der Verhörspezialist H (Samuel L. Jackson) hat währenddessen freie Hand beim Verhör Youngers, der sich offensichtlich absichtlich hat schnappen lassen. Es beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit, bei dem Millionen Menschenleben auf dem Spiel stehen und die Foltermethoden von H das einzige Mittel zu sein scheinen, dem Gefangenen die Standorte der Bomben zu entlocken.
Als Bedeutung der Machiavelli zugeschriebenen Aussage “Der Zweck heiligt die Mittel” nennt Wiktionary: für einen guten Zweck dürfen auch fragwürdige Mittel eingesetzt werden. Der gute Zweck wäre hier die Entschärfung der Bomben und das Retten unzähliger Menschenleben. Doch wie weit darf man gehen? Brody hält an ihren Prinzipien fest und lehnt Folter ab doch die Verantwortlichen wollen einfach nur den Standort der Bomben, koste es, was es wolle. Zum Glück haben sie H, der keine Skrupel kennt und die Drecksarbeit erledigt. Die Reaktionen der Anwesenden sind gemischt und verändern sich mit der Zeit, in der sie H bei der Folter beobachten. Eine richtige Entwicklung scheint es aber nicht zu geben, die Anwesenden schwanken eher hin und her, ob sie das jetzt gut finden oder nicht. Die große Frage, die der Film aufwerfen möchte, ist, ob ein Mensch auch im Angesicht der Katastrophe seine moralischen Grundsätze behalten kann. Wenn die Bombe hochgeht sterben sie sowieso alle, ist es dann noch verwerflich, den sonst Todgeweihten zu foltern, der ja eh im Explosionsradius der Bombe (so eine kleine Nuklearbombe kann schon eine ganze Stadt verwüsten) ist? Eine Frage, die im Film nicht eindeutig beantwortet werden kann, dafür sind die Charaktere zu flach und die ganze Story zu simpel. Für amerikanische Zuschauer reicht die Konvertierung zum Islam meist als Ursache, warum jemand plötzlich einen Haufen Menschen töten möchte, der etwas anspruchsvollere Filmfreund wird die Motive hinterfragen und das alles bestenfalls belächeln. Aber Unthinkable ist trotzdem ein solider Thriller und bietet optisch einige gute Stellen und mit Michael Sheen natürlich auch einen Schauspieler, der seine Rolle erstklassig verkörpert. Dazu noch einen Haufen bekannte Gesichter (Gil Bellows, bekannt aus Ally Mcbeal, “Superman” Brandon Routh…), die aber allesamt nebensächlich und austauschbar sind. Wer keine Angst vor Folterszenen hat (eigentlich sieht man nicht viel aber ich fand’s trotzdem ab und zu etwas heftig) kann Unthinkable ruhig mal in seinen Player schieben.
6.5/10
Review: The King’s Speech
Mar 4th
Titel: The King’s Speech
Deutscher Titel: The King’s Speech
Genre: History, Drama
Regie: Tom Hopper
Drehbuch: David Seidler
Produzenten: Iain Canning, Emile Sherman, Gareth Unwin, Geoffrey Rush
Darsteller: Colin Firth, Geoffrey Rush, Helena Bonham Carter, Guy Pearce, Timothy Spall, Derek Jacobi, Jennifer Ehle, Michael Gambon
Musik: Alexandre Desplat
Land: UK
Deutschlandstart: 17.02.2011
1925, Wembley Stadion. Prince Albert, Duke of York (Colin Firth) soll zur Beendigung der British Empire Exhibition eine Rede vor tausenden Menschen halten und das ganze Volk wird Zeuge seines Stotterns. Der Prinz, versucht alles, besucht jeden Spezialisten doch keiner kann ihm bei seinem Problem helfen. Die X-Beine, die er als Kind hatte, wurden mit schmerzenden Metallschienen beseitigt doch gegen sein Stottern konnte bisher keiner etwas tun. Da er nicht oft öffentlich sprechen muss und er nach seinem Bruder David (Guy Pearce) nur an zweiter Stelle in der Thronfolge steht, wird sich das auch nicht ändern, so glaubt er zumindest. Doch sein Vater, King George V (Michael Gambon) sieht das anders und zwingt Albert – oder Bertie, wie seine Familie ihn nennt – sich mit der verhassten neuen Erfindung des Rundfunks vertraut zu machen. Alberts Frau Elizabeth (aka. Queen Mum – Helena Bonham Carter) sucht auf eigene Faust einen letzten Experten auf, der ihrem Mann helfen könnte. Nach einem ersten Treffen unter eher unorthodoxen Bedingungen macht Elizabeth ihren Mann mit dem vermeintlichen australischen Sprachexperten Lionel (Geoffrey Rush) bekannt. Das erste Treffen läuft nicht gut und der Prinz verlässt zornig die Praxis des Sprachtrainers. Doch er besinnt sich eines anderen und lässt sich schließlich doch helfen. Doch der Tod seines Vaters und die Konfrontationen mit seinem Bruder, dem nun rechtmäßigen König, versetzen Albert einen herben Rückschlag. Als dann noch sein Bruder die Liebe der Regentschaft vorzieht und abdankt, um mit seiner zweifach geschiedenen Frau zusammen sein zu können, steht Albert vor seiner bisher größten Herausforderung. Denn als König gibt es nicht nur die Weihnachtsansprache und die Krönungszeremonie, auch der sich ankündigende zweite Weltkrieg verhindert, dass sich der frischgebackene König zuhause versteckt und mit niemandem redet.
The King’s Speech ist ein Film über einen Mann, dem es aufgrund seines Stotterns an jeglicher Selbstsicherheit fehlt. Das tragische daran ist, dass der Zuschauer weiß, dieser Mann wird bald König von England werden und der Zuschauer weiß das, wenn Bertie noch hofft, dieser Kelch würde an ihm vorbeiziehen. Es ist aber auch ein Film über Freundschaft. Eine Freundschaft, die der britische Prinz nur von dem australischen Therapeuten bekommen kann, der so überhaupt keine Ahnung vom Protokoll hat und sich nicht scheut, die königliche Hoheit wie jeden anderen Patienten zu behandeln. Was an The King’s Speech am meisten stört ist die Tatsache, dass der Kriegsbeginn der Höhepunkt des ganzen Films ist. Krieg bricht über England herein und des Königs einzige Sorge ist die Rede, die er sich nicht zu halten traut. Nach der “Ja, es ist Krieg aber das wird schon wieder”-Rede strahlen alle wie Honigkuchenpferde. Klar, Krieg ist doof, aber der König hat seine Rede gehalten und das ist doch ein Anlass zur Freude. Im Grunde will The King’s Speech nämlich überhaupt kein Drama sein, auch wenn es auf dem Plakat steht. Vor allem die Dialoge und das Aufeinandertreffen der ungleichen Charaktere sorgt für Lacher im Publikum.
Fazit: toller Film aber nicht unbedingt ein gutes Drama. Und meiner Meinung nach Oscar-mäßig stark überschätzt. Helena Bonham Carter beispielsweise. Sie spielt gewohnt gut aber sie leistet überhaupt nichts außergewöhnliches, das eine Oscar-Nominierung gerechtfertigt hätte. Wie dem auch sei, mit den tatsächlich gewonnenen Academy Awards kann ich leben, über den für das beste Drehbuch könnte man gegebenenfalls noch streiten.
Noch ein Tipp an die lieben Eltern: der Film ist ab 6 freigegeben, aber wenn ihr nicht wollt, dass eurer Kind von den Lehrern nach Hause geschickt wird, weil es in der Klasse “Fuck, Tits, Arse, buggerty bugger” ruft, überlegt euch das nochmal.
9/10
Review: Going Postal
Feb 24th
Titel: Going Postal
Deutscher Titel: Going Postal
Genre: Fantasy, Comedy
Regie: Jon Jones
Drehbuch: Buchvorlage: Terry Pratchett; Richard Kurti, Bev Doyle
Produzenten: Rod Brown, Vadim Jean, Ian Sharples
Darsteller: Richard Coyle, David Suchet, Charles Dance, Claire Foy, Steve Pemberton, Andrew Sachs, Tamsin Greig, Timothy West, Terry Pratchett
Verleih: Hollywood Pictures
Land: UK
Deutschlandstart: 15.11.2010 (DVD/Blu-ray)
Der Gauner Moist von Lipwig (Richard Coyle – im deutschen Buch “Feucht von Lipwig”. Übersetzungen von Pratchett-Werken ins Deutsche sind ein ganz eigenes Kapitel, das komplette Foren und Wikis füllt. Man guckt und liest es am besten im Original) wurde nach zahlreichen Betrügereien schließlich doch von seiner Vergangenheit eingeholt. Er hat nie jemandem etwas zuleide getan, trotzdem soll er gehängt werden. Doch nach dem Gang zum Galgen wacht er nicht wie erwartet im Reich einer der unzähligen Götter der Scheibenwelt auf, sondern im Büro Lord Vetinaris (David Suchet), dem Patrizier der Metropole Ankh-Morpork. Vor Vetinari fürchten sich selbst Angehörige der Assassinengilde, dementsprechend unwohl ist Moist bei dieser Begegnung, die nichts Gutes verheißen kann. Vetinari stellt Moist vor die Wahl: entweder droht ihm doch der Tod oder er nimmt die Stellung als Postmaster General an und restauriert die alte Post Ankh-Morporks. Denn Vetinari ist das neue Kommunikationsmedium, die Clacks-Tower des skrupellosen Geschäftsmannes Reacher Gilt, ein Dorn im Auge. Mit diesen optischen Telegraphen lassen sich Nachrichten und sogar Bilder theoretisch in wenigen Sekunden übermitteln. Nur fallen die Clacks oft aus und die Monopol-Stellung gefällt Vetinari gar nicht. Da er sich nicht direkt einmischen kann, macht er sich Moist zunutze und zwingt ihn also, die Post wiederzubeleben und als Konkurrenz-Unternehmen zu Reacher Gilt zu führen. Doch Gilt sitzt natürlich nicht tatenlos dabei, während an seinem Monopol der Nachrichtenübermittlung gerüttelt wird. Und der Halunke Moist sieht auch nicht ein, sein neu gewonnenes Leben zu riskieren und versucht, seiner Verantwortung zu entfliehen. Erst Adora Belle Dearheart (Claire Foy), Gründerin des Golem Trust, einer Organisation, die sich zum Ziel gesetzt hat, die Rechte der Golems zu vertreten, kann Moist trotz ihrer zynischen und abweisenden Art überzeugen, dem ehrlichen Leben eine Chance zu geben und für die Post und seine Liebe zu Adora zu kämpfen.

Review: Black Swan
Feb 4th
Titel: Black Swan
Deutscher Titel: Black Swan
Genre: Psycho-Thriller
Regie: Darren Aronofsky
Drehbuch: Mark Heyman, Andres Heinz, John McLaughlin
Produzenten: Scott Franklin, Mike Medavoy, Arnold Messer, Brian Oliver
Musik: Clint Mansell
Darsteller: Natalie Portman, Vincent Cassel, Mila Kunis, Winona Ryder
Verleih: Twentieth Century Fox
Land: USA
Deutschlandstart: 20. Januar 2011
Die Ballerina Nina (Natalie Portman) ist mit Leib und Seele Ballerina und trainiert selbst in ihrer Freizeit zu Hause ununterbrochen. Der große Durchbruch ist ihr bis jetzt jedoch verwehrt geblieben. Das könnte sich ändern, als Thomas (Vincent Cassel), der Direktor des Ensembles, Beth (Winona Ryder), den bisherigen Star der Aufführungen, rauswirft. Sie sei schlichtweg zu alt und etwas neues und frisches wäre nötig, um das Ballett wieder massentauglich zu machen. Eben zu dem Zweck will Thomas die Saison mit Schwanensee eröffnen, allerdings in einer komplett neuen Inszenierung. Nur die Hauptrolle ist noch unbesetzt und Nina könnte sie mir Leichtigkeit bekommen, wäre da nicht das Problem, dass das schüchterne Mädchen in der Hauptrolle den unschuldigen weißen Schwan, aber auch den aggressiven, impulsiven schwarzen Schwan spielen müsste. Und wenn ihr das nicht eh schon schwer genug fallen würde, wird sie gleichzeitig von ihrer kontrollsüchtigen Mutter unter Druck gesetzt, die damals ihre Ballett-Karriere für ihre Tochter an den Nagel hängen musste. Als dann noch mit der neuen Tänzerin Lily (Mila Kunis – Max Payne, Forgetting Sarah Marshall) quasi die Verkörperung dessen, wofür der schwarze Schwan steht, die Bühne betritt und Nina um ihren Part bangt, verliert sie mehr und mehr den Verstand. Sie muss selbst zum schwarzen Schwan werden, um der Rolle gerecht zu werden, sich regelrecht verwandeln, um den Ansprüchen Thomas’ und in erster Linie ihren eigenen gerecht zu werden. Auf der einen Seite arbeitet sie härter an sich selbst, als jemals zuvor, versucht aber gleichzeitig Thomas’ Rat zu befolgen, sich zu lockern und ihre impulsive Seite zu entdecken und zu erleben. Nach einer Nacht voller Drogen, Sex und Alkohol zusammen mit Lily verstärken sich ihre Wahnvorstellungen nur noch. Sie ist regelrecht paranoid, glaubt, Lily sei hinter ihrer Rolle her und sie kann kaum noch erkennen, was Realität und was Traum ist. Nina weiß nur eins sicher, sie wird nur von einem Ziel getrieben: den weißen und den schwarzen Schwan vor Publikum perfekt zu performen.








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